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2. Verteidige die Wege der Wahrheit
Diese Regel bezieht sich auf die Haltung des Menschen gegenüber dem Leben und auf die Bereitschaft zum richtigen Verhältnis zwischen Selbst und Gegenüber. Sie macht darauf
aufmerksam, daß auf dem Weg zu einem Ziel eine harmonischen Beziehung zwischen dem Selbst und den existierenden Umständen nötig ist, da kein Ziel im selbstsüchtigen
Wollen, sondern nur im rechten Verhältnis zu den Gegebenheiten erreicht werden kann. So erläutert sie z. B. die Grundvoraussetzungen, durch die rechte und gerechte
Beziehungen zu anderen Menschen möglich werden. Fruchtbare Beziehungen entstehen erst dann, wenn ein Mensch fähig ist, persönliche Ansprüche durch die
Bereitschaft zur Hingabe auszugleichen. Gerät das Gleichgewicht zwischen Bereitschaft und Anspruch durch egoistische oder oberflächliche Fehlhaltungen in Gefahr,
wird jede Kommunikation unterbrochen. Das Gleichgewicht zwischen innen und außen ist wichtig, will der Mensch sich auf die rechte Weise in der Welt
bekunden. Stillschweigend setzt jeder Mensch bei einem anderen, mit dem er in gemeinsame und gegenseitige Abhängigkeiten tritt, diese gleichgewichtige Haltung
voraus. Doch dort, wo Menschen mehr wollen, als sie geben, höhere Ansprüche stellen, als sie bereit sind zu verantworten, viel versprechen und wenig halten, Großes
beabsichtigen und Kleines tun, ziehen sie sich das Mißfallen all jener zu, die das entstehende Ungleichgewicht durch erhöhte Opfer ausgleichen müssen. Da keine
realistische Selbsteinschätzung vorhanden ist, erlaubt eine solche Haltung auch keinen wahren Wertaustausch mit anderen und deshalb auch keine ehrliche, sondern nur eine
oberflächliche Beziehung.
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