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4. Ehre die Prinzipien der Etikette
Diese Regel bezieht sich auf die richtigen Formen der Verhaltensetikette, die ein Mensch beachten muß, wenn er von anderen verstanden und angenommen werden will. Menschen
mit einer schlechten Verhaltensetikette werden selbst im Wohlgemeinten mißverstanden, denn sie widerlegen ihre Absichten und Aussagen durch unentsprechendes Verhalten. Die
rechte Etikette macht einen Menschen glaubwürdig, offen und unkompliziert. Sie bewirkt eine verständliche Kommunikation mit anderen und hilft die Harmonie in den
zwischenmenschlichen Beziehungen zu erhalten.
Die Etikette besteht aus der objektiv wahrnehmbaren Verhaltensform eines Menschen, durch das er einem anderen mitteilt, daß er in der rechten Weise zur gegenseitigem
Verständigung bereit ist. Dort, wo die Form von inneren Unebenheiten überschattet oder durch eine unbewußte Gestik widerrufen wird, verliert der Mensch an Glaubwürdigkeit und
Vertrauen. Menschen ohne Etikette sind beständig dabei, das, was sie sagen, durch ihren Ausdruck zu widerlegen. Darauf beruhen viele Mißverständnisse. Häufig zerbricht
eine Beziehung an der Unfähigkeit, sich angemessen mitzuteilen. Durch die in der Übung gereifte Etikette ist ein Mensch in der Lage, sich von jenen inneren Zwängen zu
befreien, die von ihm Wohlgemeintes nach außen hin ins Gegenteil verkehren. Ohne Etikette wird Aufrichtigkeit zu Grobheit, Mut zu Auflehnung, Demut zu Unterwürfigkeit,
Respekt zu Kriecherei und Vorsicht zu Furchtsamkeit. Die rechte Etikette sorgt für Frieden und Harmonie zwischen den Menschen. Sie findet in den Kampfkünsten in den
Leitsätzen "Ohne Höflichkeit geht der Wort des Karate verloren". und "Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt" ihren Ausdruck.
Meister FUNAKOSHI bezeichnete die Höflichkeit als die Grundlage jeder Etikette und den Gruß (Rei) als ihr wichtigstes Symbol. Das jede Übung beständig begleitende
Rei führt den Übenden zur Überwindung der inneren Ichbezogenheit und erlaubt ihm ietztlich, anderen Menschen ohne Maske gegenüberzutreten. Alle Fortgeschrittenen wissen
um die Bedeutung des Rei. Übende, die das Grüßen durch Nachlässigkeit verletzen, gelten als unbescheiden, selbstbezogen und unanpassungsfähig. Die Art und Weise, wie
ein Übender grüßt, ist ein Spiegel seiner selbst.
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